Tanganjikacichliden leben im zweitgrössten See des Kontinents Afrika. Der See verbindet die Staaten Demokratische Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi. Mit einer maximalen Tiefe von 1470 m ist er nach dem Baikalsee der zweittiefste See der Erde. Seine Wassertemperatur liegt zwischen 23 und 27° C. Im Aquarium sollte sie für diese Fische daher keinesfalls über 29° C ansteigen. Das Wasser im See ist sehr klar und sauerstoffreich. Besonders an den Wasserwerten sind der hohe pH-Wert von rund 9 und eine hohe Karbonathärte von 15-17° dKH bei einer ungewöhnlich tieferen Gesamthärte von rund 10° dGH.

Der See weist eine schier unendliche Anzahl an Cichlidenarten, oder anders bekannt als Buntbarsche, auf. Je nach Gattung, zeigen sie komplett unterschiedliche Verhaltensweisen. Manche Tiere errichten riesige Krater und färben sich beim Balzen komplett ein. Viele der Cichliden sind Maulbrüter, das heisst, dass Sie den Laich zum Schutz vor Feinden in den Mund nehmen und dort die Jungtiere ausbrüten. Andere spritzen ihren Laich in Felsspalten und überlassen die Brut dem Schicksal.
Beim Fressverhalten haben sich die Tiere auf einzelne Nischen spezialisiert. Das Spektrum reicht von Planktonfressern über Laichräuber, Algen- und Schuppenfresser bis hin zu Räubern.

Bestimmte Cichlidenarten, wie z. B. der Cyprichromis zonatus kommunizieren untereinander über Streifen am ganzen Körper.
Die Lebensräume des Tanganjikasees sind je nach Standort unterschiedlich. Zusammengefasst kann man diese in drei Kategorien einteilen.
- Felsen
- Sand
- Freiwasser
Der See selbst enthält nur wenige Pflanzen. Dafür umso mehr Steine. Beim ausgestellten Aquarium handelt es sich um ein klassisches Felsenaquarium. Der Fischbesatz ist daher auf diese Zone ausgelegt.

Im Aquarium schwimmen folgende Cichliden:
- Neolamprologus leleupi (Tanganjika-Goldcichlide)
- Julidochromis regani (Vierstreifen-Schlankcichlide)
- Neolamprologus multifasciatus (Vielgestreifter Schneckenbuntbarsch)
- Paracyprichromis nigripinnis (Schwarzflossiger Kärpflingsbuntbarsch)

Die Tiere fühlen sich in Felsennähe sehr wohl. Dabei bewohnt die Gattung der Schneckenbuntbarsche, wie es der Name bereits verrät, leere einheimische Tanganjika-Schneckenhäuser. Im Aquarium akzeptiert sie auch ohne weiteres Weinberg-Schneckenhäuser.
Die Schneckenbuntbarsche sind im Vergleich zu den anderen Arten eher klein. Dafür aber verteidigen sie ihr Revier umso erfolgreicher und zeigen ihre unermüdlichen Baukünste, wenn sie sich wohl fühlen. Deshalb ist für diese Gattung feinkörniger Bodengrund, vorzüglich Sand, sehr wichtig.
Der Vierstreifen-Schlankcichlide zeichnet sich durch seinen länglichen Körper aus. Sie bewohnen Felsspalten und leben paarweise. Ihre Reviere können sie teils vehement gegenüber ihren Artgenossen verteidigen.
Der Tanganjika–Goldcichlide fällt durch seine gelbe Färbung im Tanganjikaaquarium auf. Er wird eher in kleineren Gruppen gehalten, da es sich eigentlich um einzelgängerischen Jäger handelt.
Der Kärpflingsbuntbarsch (Paracyprichromis nigripinnis) bewohnt das Freiwasser in der Nähe des steilen Felsufers. Für diese Gattung ist es daher unerlässlich, dass genügend Schwimmraum vorhanden ist.



Judilochromis Regani_Frank Schäfer Aqualog


paracyprichromis-nigripinnis-Frank_Schäfer